Heute vor 10 Jahren: Starker Tornado bei Schwerin

Den 21.Mai 2009 (Christi Himmelfahrt) werden die Bewohner von Plate, Sukow und Ruthenbeck südlich von Schwerin sicherlich noch heute (schlecht) in Erinnerung haben. Etwa zwischen 18:45 und 18:50 Uhr zog damals ein Tornado der Stärke F2 auf der Fujitaskala* durch die drei mecklenburgischen Dörfer. Erhebliche Vegetations- und Gebäudeschäden waren die Folge. 63 Häuser und fast 20 PKW sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Allein in Plate ließen sich die Schäden auf 3,5 Millionen Euro beziffern.

Hier eine Rekonstruktion der Zugbahn, welche sich wohl insgesamt über 16 bis 17 Kilometer erstreckte:

Bildquelle: https://tornadoliste.de/bilder/2009/090521platekarte.jpg
Das Radarbild zur Zeit der Tornadoentstehung am 21.05.2009 knapp südlich von Schwerin. Von der Ostsee bis zur Elbe verlief eine Gewitterlinie, welche sich nach Osten vorarbeitete.
https://kachelmannwetter.com/de/radar-standard/mecklenburg-vorpommern/20090521-1645z.html

Zunächst war unklar, ob tatsächlich ein Tornado die Schäden verursacht hat. Auch ein Downburst (schwere Fallböen, Abwindstrom) schien möglich, doch eingehendes Bildmaterial, Amateurvideos und eine Vor-Ort-Untersuchung von Fachleuten bestätigten den Tornadoverdacht.

Es erfolgte eine Einordnung auf die Stärke F2. Somit traten vermutlich Windgeschwindigkeiten zwischen 180 und 250 km/h auf. Zur Einordnung: Bereits ab 118 km/h spricht man von Orkan (Bft 12).

Links zu Bildberichten über den Plate-Tornado:

https://tornadoliste.de/090521plate.htm

http://www.wzforum.de/forum2/read.php?8,1609579


Bildquelle: Tornadoliste Deutschland https://tornadoliste.de/090521plate.htm

Das Sturmereignis traf die Region südlich der Landeshauptstadt, wie bei Tornados üblich, völlig unerwartet. Die Bedingungen für ein derartiges Unwetter waren jedoch gegeben. Man spricht von 3 Hauptzutaten: Feucht-warme Luft, Labilität (große Temperaturunterschiede zwischen Boden und höheren Luftschichten, Aufwinde) und Windscherung (Änderung des Windes in Stärke und Richtung mit der Höhe).

Ein Tornado lässt sich aber niemals vorhersagen, erst recht nicht für einen bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Bei einer Gewitterlage kann lediglich das Potenzial für eine Tornadobildung analysiert und gefährdete Regionen grob eingegrenzt werden.

*Fujitaskala: dient der Schadensklassifikation von Tornados, 1971 vom japanischen Sturmforscher Dr. T. Theodore Fujita entwickelt


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