Monatsauswertung Juli 2019- Ostseebad Warnemünde

Die Mitteltemperatur lag im Juli 2019 bei 18,05 °C, damit war er nur rund 0,1 K wärmer als das Referenzmittel der Periode 1981-2010. Gegenüber dem WMO-Mittel der Jahre 1961-1990 betrug die Abweichung +1,3 K.

Der zweite meteorologische Sommermonat wies zudem eine durchschnittliche Niederschlags- und Sonnenscheinbilanz auf.

Im Grunde also ein „normaler Juli“ und zu diesem Fazit kommt man nicht nur bei der Auswertung der Mittel- und Summenwerte über den gesamten Monat. Es traten auch keine extremen Einzelereignisse auf, alle Parameter blieben weitgehend im Normalbereich.

Ein Vergleich der Tagesmitteltemperaturen der vergangenen 31 Julitagen zu den Mittelwerten der Zeiträume 1961-1990 und 1981-2010 zeigt: Eine Periode mit negativen Abweichungen dominierte die erste Monatshälfte. Zum Monatsanfang folgte auf die Endjunihitze ein nordwestliches Strömungsmuster mit wechselhafter Witterung. Vom 01. bis 07.07. wurde täglich messbarer Niederschlag verzeichnet. Die Temperaturen lagen im unterdurchschnittlichen Bereich und bis Ende der 2.Dekade sah es nach einem vergleichsweise kühlen Sommermonat aus. Doch der Hochsommer drehte wieder auf und die Warnemünder sowie die vielen Besucher erlebten einige schöne Strand- und Badetage. Die höchste Temperatur wurde mit 29,8°C am 26.Juli gemessen. Insgesamt traten 6 meteorologische Sommertage auf (Tmax>=25 Grad). Es wurden jedoch keine Hitzetage mit Werten von mindestens 30,0°C verzeichnet. Diese Zahlen zeigen: Die extreme Hitzewelle mit über 40°C im Westen erreichte den äußersten Nordosten der Republik und besonders das Ostseeumfeld nicht.

Die Anzahl der Warmen Tage (Tmax >=20.0°C) blieb mit 15 unterhalb des 1981-2010er-Mittel von knapp 20. Eine geringere Anzahl im Juli gab es zuletzt im Jahr 2004.

Der Temperatur-Tiefstwert stammt vom 03. und 08.Juli und lag bei 12,2°C.

Temperaturverlauf Juli 2019- DWD Warnemünde


Mit exakt 66,0 l/m² fielen 106 % des mittleren Niederschlags von 1981-2010, gegenüber 1961-1990 waren es 92,6 %. 14 Tagen mit messbarem Niederschlag standen 17 trockene und solche ohne RR >= 0,05 mm gegenüber. Mehr als ein Drittel der Monatssumme besorgte ein kräftiger Gewitterregen am 31.Juli, als gut 25 Liter zu Boden prasselten. Im etwa 18 km entfernten Bad Doberan fielen durch das fast stationäre Unwetter punktuell über 50 Liter, wodurch Überflutungen auftraten und zahlreiche Feuerwehreinsätze nötig wurden.

Die Tage vom 23. bis 28.07. bildeten die trockenste und zugleich sonnigste Phase des Monats. Ein kräftiges Hochdruckgebiet sorgte für störungsfreies Sommerwetter und eine Nordost- bis Ostströmung, traditionell der Bringer an der Ostsee zu dieser Jahreszeit. Zeitweise erreichten die Windmittel jedoch Stärke 5, vereinzelt 6 durch Verschärfung der Luftdruckgegensätze und den thermischen Effekt des Seewindes. Somit entwickelten sich teils gefährliche Unterströmungen im hohen Wellengang. Abschnittsweise tummelten sich auch Feuerquallen im Wasser, welche den Badespaß trübten.

Die Monatssonnenscheindauer betrug 243,5 Stunden und ist als völlig durchschnittlich einzuordnen. Die mittlere tägliche Sonnenscheindauer ist mit 8 Stunden anzugeben. Es wurden zwei vollständig trübe Tag ohne Aufklaren verzeichnet, am 14 und 30. gab es 0 Sonnenminuten. Am 29.06. ließ sich die Sonne dagegen 15,4 Stunden blicken.

Niederschlag / Sonnenschein / Wind-Mittel Juli 2019- DWD Warnemünde


Am 20./29. und 31.Juli sind Gewitter beobachtet worden, es ging kein Hagel nieder. Blitzeinschläge im Ort wurden nicht registriert. Der Gewittertag vom 29.07. beruhte auf das Wahrnehmen mehrerer Donner in der Ferne.

Das Monats-Windmittel von 5,7 m/s (Stärke 4) lag oberhalb des vieljährigen Mittels der Periode 1981-2010. Viel dazu bei trugen die ersten zehn Julitage, als immer wieder Starkwind aus West bis Nordwest herrschte. Ein ausgewachsenes Sturmereignis war jedoch nicht dabei. Die Spitzenböen erreichten am 02. und 05.Juli 19,1 m/s. Dies entspricht stürmischen Böen der Stärke 8. Eine klare Haupt-Windrichtung kann für den Monat nicht ausgemacht werden, im Durchschnitt trat Westnordwest am häufigsten auf, zum Monatsende wehte einige Tage östlicher Wind.

Die Wassertemperaturen der Ostsee vor Warnemünde schwankten im Monatsverlauf stark und erreichten bei schwacher auflandiger Windströmung bis zu 20°C. In der ersten Dekade herrschte immer wieder Starkwind vor, sodass das sehr warme Oberflächenwasser (durch die Hitzewelle Ende Juni) mit kälterem Tiefenwasser durchmischt wurde und sich „nur“ Messwerte von 17-18 Grad bestimmen ließen. An den Tagen mit böigem Ostwind stieg kaltes Tiefenwasser empor und das erwärmte Oberflächenwasser trieb von der Küste auf das offene Meer ab. Vorübergehend betrug die Wassertemperatur dann frische 14-15 Grad.


Diagramme- Zeitreihen

Im Verlauf der Julimitteltemperatur zeigte sich ein vorübergehendes Absinken in den 1970er/1980er-Jahren, danach häuften sich die außergewöhnlich warmen Sommermonate.

Der Extremmonat Juli 2011 überragt niederschlagstechnisch alles je Dagewesene. 343,9 l/m² summierten sich, Überflutungen in der ganzen Region waren die Folge.
Insgesamt minimaler Abwärtstrend beim Juli-Niederschlag.


Übersicht der Warnemünder Rekorde für den Monat Juli
Wärmster Monat: 21,9°C (2006)
Kältester Monat: 14,6°C (1965)
Höchste Temperatur: 35,5°C (31.07.2018)
Niedrigste Temperatur: 7,3°C (11.07.1965)
Höchster Monatsniederschlag: 343,9 mm (2011)
Niedrigster Monatsniederschlag: 3,7 mm (1994)
Höchster Tagesniederschlag: 111,4 mm (22.07.2011)
Höchste Sonnenscheinsumme: 387,5 h (2006)
Niedrigste Sonnenscheinsumme: 142,7 h (1954)
Höchste Windspitze: 104 km/h (21.07.1970)
Höchste Anzahl Gewittertage: 11 Tage (1987)

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