Erster Herbststurm in Warnemünde

Randtief IGNAZ sorgte am Dienstag für schwere Sturmböen und sogar kräftige Graupelgewitter. In Warnemünde kippten reihenweise Strandkörbe um, der Fährverkehr wurde eingestellt. Wer den Wind aus erster Hand erleben wollte, musste bereits in der Seestraße und an der Mole mit feinem durch die Luft wirbelnden Strandsand vorliebnehmen.

Winddaten Warnemünde 17.09.2019

Spitzenböe: 27,1 m/s (= 98 km/h), Windstärke 10, um 18:40 Uhr
Höchstes 10 min-Windmittel: 20,0 m/s (= 72 km/h), Windstärke 8
Tageswindmittel: 13,0 m/s (= 47 km/h), Windstärke 6
mittl. Windrichtung: 290° Westnordwest

Die höchste Windgeschwindigkeit von 98 km/h wurde während eines Graupelgewitters registriert, welches rasch von der Ostsee heranzog. Dabei konnte der sehr starke Höhenwind teilweise heruntergemischt werden, sodass der gradientbedingte (Luftdruckunterschiede!) stürmische Wind zusätzlich lokal noch ruppiger ausfiel. Insgesamt traten beachtliche vier Schauer mit Graupel auf (gegen 15:20, 18:40, 20:30 und 20:40 Uhr), wobei zwei von Blitz und Donner begleitet wurden. Während des kräftigen Niederschlags sank die Lufttemperatur bis auf 9,0°C ab. Die Höchsttemperatur von 14,4°C sprach ebenfalls für einen Herbsttag.

Eine höhere Windspitze im Monat September registrierte die DWD-Station in Warnemünde übrigens zuletzt im Jahr 1997. Ganz selten hat es auch schon Orkane im ersten meteorologischen Herbstmonat gegeben. Am 21.09.1990 erreichten die Böen 126 km/h und damit Windstärke 12.

Bilder vom 17.09.- Nachmittag / Abend

Bilder vom 18.09.- nach dem Sturmhöhepunkt

Ausblick:

Der Tiefdruckkomplex IGNAZ verlagert sich Richtung Russland, von Westen rückt Hoch HANNEKE langsam nach. Damit fächert der Luftdruckgradient auf und der Wind ebbt Stück für Stück ab. Am heutigen Mittwoch ist er an der Ostsee jedoch noch frisch bis stark unterwegs mit Mittelwinden um Bft 6. Das zunehmend wetterbestimmende Hoch zeigt uns zunächst die kalte Schulter, denn an der Ostflanke bleibt die Luftzufuhr polaren Ursprungs weiterhin erhalten. Erst zum Wochenende könnte ein Hauch von Altweibersommer aufkommen, wenn die Strömung auf südliche Richtung dreht und zumindest 20 bis 22°C bei viel Sonnenschein in MV möglich sind.

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