Rückblick: VICTORIA schickte ungewöhnlich milde Luft

Niedrigwasser in Warnemünde nach Sturmtief SABINE am Vormittag des 10.Februar

Lange Zeit hat sie sich rar gemacht: Die zyklonale Westlage. In diesem Februar dagegen dreht der Atlantik auf und ein Tief nach dem anderen zieht von West nach Ost über Deutschland hinweg. Insgesamt ergibt dies einen wechselhaften, windigen und milden Witterungsabschnitt. Frost und Schnee ist Mangelware, stürmische Süd- bis Westwinde und Regenfälle bestimmen das Bild. Auf der Vorderseite der Tiefs wird dabei ungewöhnlich milde Luft angepumpt, auf der Rückseite sorgt in den unteren Schichten erwärmte Meereskaltluft für etwas kühleres Schauerwetter. Langweilig wird es beim Wetter jedenfalls nicht, aber eben auch nicht winterlich!

Nach dem prominenten Orkantief Sabine (09.02.) folgte genau eine Woche später das nächste Sonntags-Tief mit dem Namen „Victoria“ (16.02.). Erneut waren die Windgeschwindigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern nicht dramatisch, meist im Bereich von 70-90 km/h (BFT 8-9). Dennoch reichte es, um einige Bäume zu fällen.

Abb. 1: Karte der Spitzenböen

Spitzenböen DWD-Stationen / Orkantief Sabine am 09.02.2020
Quelle: https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/mecklenburg-vorpommern/windboeen-max/20200210-0000z.html
Spitzenböen DWD-Stationen / Orkantief Victoria am 16.02.2020
Quelle: https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/mecklenburg-vorpommern/windboeen-max/20200217-0000z.html

Besonders imposant war die Zufuhr subtropischer Luftmassen im Warmsektor von Tief Victoria. Dieses lag mit seinem Zentrum weit draußen auf dem Atlantik und vorderseitig der ostwärts ziehenden Kaltfront stellte sich am 16.Februar eine intensive Südwestdüse ein. Die Temperaturen erreichten in MV die höchsten Werte nach Einbruch der Dunkelheit zwischen 19 und 23 Uhr. Aufgrund guter Durchmischung der Luftmassen ging es trotz fehlender Sonneneinstrahlung (auch am Tage bedeckt) derart hoch hinaus.

Abb. 2: 12-stündige Maxima vom Abend des 16.Februar

Die Spanne der außergewöhnlichen Höchstwerte vom 16.Februar 2020 lag zwischen 14°C ganz im Nordosten von Vorpommern und 18°C im äußersten Südwesten an der Elbe.
Quelle: https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/mecklenburg-vorpommern/hoechsttemperatur/20200217-0600z.html

Die Kaltfront erreichte gegen 20:45 Uhr die westliche Landesgrenze zu S-H und zog dann ostwärts bis zur Pommerschen Bucht. Damit endete der Mildspuk im Februar und ein Temperatursturz von lokal bis zu 10°C innerhalb von 10 bis 15 Minuten samt Windsprung von S/SW auf NW war die Folge.

Den landesweit höchsten Temperaturwert vermeldete die Wetterstation Boizenburg mit 17,9°C gegen 20:40 Uhr. Dies ist neuer Monats-Stationsrekord für die „Fliesenstadt“ an der Elbe und der zweithöchste Februar-Wert der jemals in Mecklenburg-Vorpommern registriert wurde. Lediglich am 21.02.1990 war es flächendeckend noch etwas milder.

Die 5 höchsten Februar-Tagesmaxima / Boizenburg (seit 1947)
17.9 °C16.02.2020
17.4 °C27.02.2019
17.1 °C24.02.1990
17.0 °C28.02.1959
16.8 °C21.02.1990

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